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Der Alte Moor wird
von seinem jüngeren Sohn Franz hinters Licht geführt und
stirbt vor Kummer um seinen Sohn Karl, der zum Hauptmann
einer Räuberbande wird (im Hintergrund). Bild / ©:
Andreas J. Etter / Oldenburgisches Staatstheater
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Zum Teil freiwillig, zum Teil verpflichtet besuchten wir
Zehntklässler am 15. Dezember 2009 das Theaterhaus in Oldenburg.
Dort sahen wir uns das Stück „Die Räuber“ von Friedrich Schiller an,
das aber ein wenig modernisiert war, wie die meisten schnell
bemerkten.
Den eigenen Vater mit falschen Briefen von seinem ältesten Sohn zu
Tode erschreckt und in einer Kühltruhe verscharrt, die Geliebte des
eigenen Bruders versucht für sich zu gewinnen, will der jüngere Sohn
des alten Moors, Franz, Herr des Hauses werden. Viele würden sich
jetzt fragen, was für ein Motiv Franz hat (Eifersucht und
Erfolgsstreben), aber Kenner des Stückes wie wir Experten fragten
sich eher, was ein Kühlschrank im Stück zu suchen hat. Denn „Die
Räuber“ wurde ursprünglich im 18. Jahrhundert verfasst und damals
gab es noch keinen Strom geschweige denn Kühltruhen. Aber nicht nur
das Umfeld wurde modernisiert, sondern auch die Sprache.
Zur Handlung: Der ältere Sohn Moors, Karl, verlässt das Haus, um in
Leipzig zu studieren, als er aber Briefe erhält, die sein jüngerer
Bruder verfälscht hat, beschließt er in voller Enttäuschung und Wut
eine Räuberbande zu gründen. Er wird zum Anführer der Gruppe ernannt
und zusammen stehlen und morden sie. Franz hingegen versucht zu
Hause die Geliebte seines Bruders mit allen Mittel für sich zu
gewinnen. Als Graf gekleidet kehrt Karl jedoch zurück nach Hause,
doch Franz weiß von dem Besuch seines Bruders und versucht ihn zu
vergiften. Sein Diener soll Karl ein vergiftetes Getränk bringen,
aber auch er erkennt im letzten Moment, dass es Karl ist, den er
umbringen soll.
Schluss: Happy end? Nein, kein Happy end, der Geist des alten Herrn
Moor erwacht aus der Kühltruhe, aber nicht lange mehr kann er sich
über die Zustände in seinem Haus aufregen. Franz, der Bösewicht,
nimmt das vergiftete Getränk und stirbt ebenfalls. Traurige
Geschichte. Aber trotzdem gab es eine Menge zu lachen zwischendurch,
denn die Modernisierung des uns aus dem Unterricht bekannten Dramas
war sehr gelungen.
Den Theaterausflug hatte Frau Schachtschneider organisiert. Wir sind
bereits am frühen Abend nach Oldenburg gefahren, um einmal über den
Weihnachtsmarkt zu schlendern.
Vorbereitet wurde die Aufführung auch durch einen zweistündigen
Theaterworkshop, den die 10a machte. Sie bekam Besuch von einer
Theaterpädagogin vom Staatstheater und experimentierte bereits am
Vormittag mit Rollensätzen und Figurenhaltungen.
Text: Murat Sen, Kl. 10c
Web-Bearbeitung: Tim Potratz, Kl. 10a
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