
Kurt Beck ist Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Bundesvorsitzender der SPD. Er kam am 10. November 2007 nach Oldenburg zum SPD-Landesparteitag, um seinen niedersächsischen Parteigenossen Rückendeckung für den Wahlkampf zu geben. Kurz vor seiner Abfahrt aus Oldenburg konnten vier "Aber Hallo"-Redakteure den Spitzenpolitiker interviewen (eine Zusammenfassung seiner Rede vor dem Parteitag wird am Freitag auf dieser Homepage veröffentlicht). ABER HALLO: Herr Ministerpräsident, welche Vorteile, hat die SPD gegenüber den Linken? Kurt Beck: Wir machen eine Politik, die auch Wirklichkeit werden kann und nicht Versprechungen, die nicht haltbar sind und so zu tun, als könnte man diese Öffnung der Welt einfach nicht zur Kenntnis nehmen und nur nationale Antworten geben. Das ist eben eine Illusion, das ist die Art und Weise, wie sich der Vogel Strauß zu schützen versucht. Er steckt den Kopf in den Sand und meint, die Gefahr sei weg. ABER HALLO: Im Fernsehen wurde gesagt, dass Angela Merkel derzeit für eine sozial gerechte Politik steht. Wie kommen sie als Kurt Beck gegen diese weibliche Übermacht an? Kurt Beck: Es ist so, dass die CDU ganz andere Beschlüsse hat, als sie redet und ich finde, reden und handeln müssen zusammen passen. Die CDU wird derzeit auf einem sozialen Kurs gehalten, weil wir ihr Koalitionspartner sind. Wenn morgen die CDU mit der FDP koalieren würde, dann käme das alles wieder, was beim letzten Wahlkampf eine große Rolle gespielt hat und was eben viel soziale Ungerechtigkeit bedeutet. ABER HALLO: Ich gehe jetzt nächstes Jahr in die Ausbildung. Wie lange werde ich arbeiten müssen, bis ich die Rente bekomme? Kurt Beck: Ich geh’ mal davon aus, dass Sie, wenn Sie ihre Ausbildung beendet haben, so bis zum 67. Lebensjahr arbeiten können. Aber Sie müssen auch sehen: Gegenüber ihren und meinen Großeltern leben wir heute im Schnitt 15 Jahre länger, als es damals der Fall war. ABER HALLO: Ist die Politik nicht manchmal zu fern für Jugendliche, was Themen und Fachbegriffe angeht? Kurt Beck: Das ist sicher manchmal der Fall, da ist eine Kritik berechtigt. Aber ich kann nur einladen, mitmachen, zu den „Jusos“ zu kommen und etwas zu verändern! ABER HALLO: Wir danken Ihnen für das Interview. Das Interview führten Markus Preiß, Steffen Böckmann, Svenja Helmerichs und Maike Seibert.
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